Enterprise Architektur Management

Letztes Update: 20.02.2025

Enterprise Architektur Management (EAM) ist ein ganzheitlicher Ansatz, der ein Unternehmen bei der strategischen Ausrichtung von IT und Prozessen unterstützt und darüber hinaus die Entstehung und Verwaltung der Enterprise Architektur (EA) bezeichnet. Während eine Enterprise Architektur aus statischen Artefakten besteht, ist Enterprise Architektur Management der Vorgang, der zu den Artefakten führt. Anders als der Begriff Software Entwicklung ist EAM nicht klar abgegrenzt und beinhaltet je nach Sichtweise mehr oder weniger Disziplinen und Tätigkeiten - je nachdem was das Unternehmen erfordert und welche Rolle EAM im Unternehmen einnimmt. Die wesentlichen Disziplinen des Enterprise Architektur Managements lassen sich mit dem EAM Schachbrett darstellen:

Das Enterprise Architektur Management mit den wesentlichen DisziplinenDas Enterprise Architektur Management mit den wesentlichen Disziplinen

Warum EAM?

Enterprise Architektur Management ist in der heutigen dynamischen Geschäftswelt ein entscheidender Erfolgsfaktor. Es hilft Unternehmen, sich in einem sich ständig wandelnden Marktumfeld zu behaupten, indem es eine strukturierte und strategische IT-Landschaft etabliert, die nicht nur den technologischen Wandel berücksichtigt, sondern auch wirtschaftliche und individuelle Unternehmensziele unterstützt. Durch einen klar definierten Rahmen lassen sich Ressourcen gezielt einsetzen und Wettbewerbsvorteile erzielen. Die folgenden Punkte fassen die wesentlichen Gründe zusammen, warum Unternehmen auf Enterprise Architektur Management setzen sollten:

Die häufigsten Motive für die Einführung von EAM in einem UnternehmenDie häufigsten Motive für die Einführung von EAM in einem Unternehmen

Tätigkeitsfelder

Strategisch

Realisierend

Operativ

Enterprise Architektur Management Stile und Schwerpunkte

Die dargestellten Tätigkeitsfelder beschreiben, WAS EAM tut. Es gibt aber auch verschiedene Varianten, WIE man es tun kann. Für klassische Unternehmen eignen sich oft die Vorgehensweisen der klassischen Frameworks TOGAF oder Zachman. Für moderne, agile Unternehmen sind diese Frameworks jedoch zu schwerfällig. Hier bietet sich ein Agiles Enterprise Architektur Management an, das mit anderen agilen Frameworks im Unternehmen wie z.B.  SAFe (Scaled Agile Framework) mithalten kann.

Neben der Frage klassisch oder agil können auch die Schwerpunkte des EAM unterschiedlich gesetzt werden. Unternehmen, die mit ihrer IT, ihrer Organisation und ihrem Marktumfeld zufrieden sind und bei denen keine größeren Umbrüche in der IT anstehen, können ein administratives Enterprise Architektur Management aufsetzen. Hier geht es vor allem darum, die bestehenden Prozesse zu leben, die Architekturen zu verwalten und nur geringfügig weiterzuentwickeln. In einem solchen Szenario sind die Enterprise Architekten vor allem Bürokraten, die Verwaltungsarbeit leisten. Befindet sich das Unternehmen jedoch in unruhigem Fahrwasser, ist das Marktumfeld volatil, muss sich die IT ständig neu erfinden und sind Transformationsprozesse notwendig, dann ist ein gestaltendes Enterprise Architektur Management gefragt. Hier geht es mehr darum, bestehende Prozesse und Strukturen zu hinterfragen und neue Wege zu finden, Dinge besser zu machen. Der Enterprise Architekt vom Typ Bürokrat ist hier nicht der Richtige. Hier sind Enterprise Architects mit einem  Rule Breaker Mindset gefragt, die sich nicht scheuen, Bewährtes in Frage zu stellen, Altes über den Haufen zu werfen und Neues auszuprobieren.